Bericht von der Exkursion “Die Wiener Wasserversorgung”

22nd Jun 2004Blog,

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Vergangenes Wochenende hatte ich das Glück, an einer 2tägigen Exkursion rund um das Thema “Wasser für Wien – Die Wiener Wasserversorgung”, die ursprünglich für Südwind-Mitarbeiter organisiert wurde, teilnehmen zu können.Vorab ein paar interessante Zahlen:- Wien´s Wasser kommt zu 97% aus den 2 Hochquellenleitungen (1. HQL 90km, 2. HQL 180km)- Wien hat einen Tagesverbrauch von ca. 390.000 Kubikmeter Wasser!- Aus beiden Leitungen fließen pro Sekunde 4000 Liter/Sekunde nach Wien- aus der Kläfferquelle entspringen in Spitzenzeiten 40.000 Liter/Sekunde!- die Gesamtlänge der öffentlicher Rohrstränge in Wien beträgt 3.263km- Dank Investitionen in das Rohrnetz gibt es einen sehr niedrigen Wasserverlust von nur 6 % (Vergleich Italien: 40%)Um zum gesamten Bericht zu gelangen, bitte unten auf [weiterlesen!] klicken!Fotos gibts natürlich auch:Fotos anzeigen (61 Stück)Samstag, 19. Juni 2004Gestartet hat die Tour am Samstag beim Wasserbehälter Rosenhügel, wo die ersteHochquellenleitung endet. Dort hat Kaiser Franz Josef ein ziemlich schönes Gebäude errichtenlassen – schließlich war die Eröffnung der 1. HQL 1873 ein ziemliche Sensation – Wien ist heutenoch immer die einzige Stadt, die fast ausschließlich mit Hochquellwasser versorgt wird.Der zweite Punkt auf der Exkursion fiel leider ins Wasser (wie passend ;-)): der WasserbehälterRosenhügel. Dieser hat eine Kapazität von sage und schreibe 6 Millionen Liter und ist somit dergrößte geschlossene Leitungsspeicher Mitteleuropas!Weiter gings dann zum Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn, wos neben dem Kaiserbrunnen, wodie 1. HQL entspringt, auch eine Menge Hawle-Hydranten zu sehen hab 😉 Generell sind Produktevom Hawle (für alle, dies nicht wissen: dort hab ich 3x im Sommer gearbeitet) überall zu finden – mein Herz schlug höher ;-)Nächste Station war “Sieben Quellen”, wo wir Quellaustritte im Waldgebiet beobachtet haben.Weiter gings dann zum Gasthof Bodenbauer, direkt vorm Gebirge Hochschwab gelegen (tolle Aussicht!), wo wir übernachteten. Es war schon witzig, wieder mal in einem Zimmer zuschlafen, wo man vor lauter Dunkelheit seine Hand nicht vor den Augen erkennt – ist haltdoch was anderes, ob lauter Strassenlaternen vor der Tür stehen oder man sich in der freienNatur befindet 🙂Sonntag, 20. Juni 2004Der nächste Tag startete dann mit der Besichtigung des Hochschwabmuseums, in demwir auch interessante Infos zum Regenwassertankprojekt in Kenia erfahren haben. GespendetesGeld wird verwendet, um Regenwassertank dort zu installieren, damit die Menschen vor Ortnicht täglich etliche Kilometer zurücklegen müssen, um Wasser zu bekomemn – das dann meisteine sehr schlechte Qualität hat.Anschließend gabs eine kurze Besichtigung des Betriebsgebäudes der ZWHS (ZentralenWasserversorgung Hochschwab). Dort bekamen wir etliche interessante Details zu den Wasserpumpen und der Versorgung von Graz zu hören (die von nur 5 Personen sichergestelltwird).Weiter gings dann zur Pfannbauernquelle, wo wir die Quellkammer (Quellspalt) und die Pumpstation besichtigen konnten (wieder mit einer Menge Armaturen von Hawle ;-)Mein persönliches Highlight stand als nächstes am Programm: die Besichtigung der Kläfferquelle.Dort besichtigten wir den Quellspalt im Berginneren (ca. 90m innerhalb), wo sich die größtegefasste Quelle Europas(?) befindet: 10.000 Liter/Sekunde strömen hier aus dem Berg – und mansteht nur knapp 5 Meter hinter einem Glasfenster davor. Von diesen 10.000 Litern werdenca. 1500-2000 Liter(?) für die 2. HQL abgeleitet – der Rest (8000 Liter Trinkwasser/Sekunde!)fließt in die Mur(?) ab. Diese Menge kann man sich schwer vorstellen – das muß man gesehenhaben! Nochein Vergleich: bei dem Regenwassertankprojekt in Kenia gibts zB eine Quelle, dietäglich soviel Wasser liefert, wie dort in ca. 8 Sekunden rauskommen! Gewaltigst!!!!!!Neben dieser Quelle im Berginneren gabs auch noch zahlreiche Tagquellen dort zu sehen. Dasfaszinierende ist, dass zu Spitzenzeiten hier insgesamt 40.000 Liter/Sekunde aus dem Berggeschossen kommen. Nochmal zur Erinnerung: Wien hat einen Bedarf von ca. 4000 Literpro Sekunde – und dies ist nur eine von zahlreichen Quellen in diesem Gebiet!Fazit: dort gibts Wasser Ende nie!Das gute an dem ganzen ist, dass die Wiener Wasserwerke und die Stadt Wien generell sehrauf diesen Schatz bedacht sind. Die Quellgebiete gehören großteils der Stadt Wien und könnennur mit einer 2/3-Mehrheit verkauft werden – Stichwort Privatisierung. In Österreich, Schweizund Deutschland wurde außerdem Gott sei Dank die Strategie verfolgt, dass ständig Investitionendurchgeführt werden, um die Qualität zu steigern – nicht so wie zB in Frankreich oder England,wo nur das gesetzliche Minimum erfüllt wird und mit dem Rest versucht wird, Gewinn zu machen.Als nächster Punkt stand auf Tagesordnung der Exkursion die Besichtigung des Wasserleitungsmuseums Wildalpen, die auch einige sehr interessante Ausstellungsstückebeherbergt.Letzer Punkt wäre der 45minütige Aufstieg in das Quellengebiet des Siebenseengebiets gewesen.Diesen habe ich jedoch nicht mehr mitgemacht, da es mir doch zu sehr geregnet hat – äh,ich mein natürlich, dass mir das Wasserversorgungswetter doch zu stark war – mein neuerAusdruck für Regenwetter, angelehnt an die Terminologie der Wiener Wasserwerke :-)Alles in Allem war ich von dieser 2tägige Exkursion hellauf begeistert: nicht nur 2 Tage mit 16 sehr netten und lustigen Menschen unterwegs gewesen zu sein, sondern v.a. auch das Trinkwasser neu schätzen gelernt zu haben. Wollen wir hoffen, dass dies auch Zukunft so bleibt!PS: Weitere Infos zur Wiener Wasserversorgung gibts übrigens im Netz unter http://www.wien.gv.at/ma31/PPS: Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Christian Maslo, unserem Exkursionsleiter, derimmer wieder mit interessanten Hintergrundinfos aufwarten konnte!

8 Comments RSS-Kommentare

  1. Dani (24.06.2004, 20:32).

    Grüsse! He Roberto nächtes moi gibts ma glei bescheid donn drah i de Wiener a gescheide Wasseraufbereitungsanlage von Kotrax an (lt. Trinkwasserverordnung – ekloa) 😉 Jürsche

  2. Dani (24.06.2004, 20:32).

    <p>Grüsse! He Roberto nächtes moi gibts ma glei bescheid donn drah i de Wiener a gescheide Wasseraufbereitungsanlage von Kotrax an (lt. Trinkwasserverordnung – ekloa) 😉 Jürsche</p>

  3. Gudrun Batek (02.07.2004, 22:33).

    :DBin schwer beeindruckt von Deinem umfassenden, informativen, amüsanten und netten Rückblick auf unsere Exkursion. Ist ja der pure Luxus hier quasi wie in einem eigenen Tagebuch nochmal die beiden Tage in Gedanken zu erleben. Finde ich echt spitze von Dir!Vielen Dank!Vielleicht sieht man sich ja mal wieder… wenn Deine Sehnsucht nach stockdunklen Gegenden erneut aufflammt und Du in den Hohen Tauern bist, so schau doch in Mallnitz im BIOS vorbei!Würd mich freuen!LiGrüGudrun

  4. Gudrun Batek (02.07.2004, 22:33).

    <p>:D<br />Bin schwer beeindruckt von Deinem umfassenden, informativen, amüsanten und netten Rückblick auf unsere Exkursion. Ist ja der pure Luxus hier quasi wie in einem eigenen Tagebuch nochmal die beiden Tage in Gedanken zu erleben. <br />Finde ich echt spitze von Dir!<br />Vielen Dank!<br /><br />Vielleicht sieht man sich ja mal wieder… wenn Deine Sehnsucht nach stockdunklen Gegenden erneut aufflammt und Du in den Hohen Tauern bist, so schau doch in Mallnitz im BIOS vorbei!<br /><br />Würd mich freuen!<br />LiGrü<br />Gudrun</p>

  5. C Pacher (31.05.2005, 19:43).

    zitat: – Wien hat einen Tagesverbrauch von ca. 4 Millionen Liter Wasser!- Aus beiden Leitungen fließen pro Sekunde 4000 Liter/Sekunde nach Wiennach dieser info fliessen also in 1000s =16,7Minuten die benoetigten 4 Mio l. Was passiert die restlichen 23h und 43Minuten mit dem Wasser?Ausserdem 4Mio/Tag macht bei 2Mio Einwohnern: 2l/Person/Tag…

  6. C Pacher (31.05.2005, 19:43).

    <p>zitat: – Wien hat einen Tagesverbrauch von ca. 4 Millionen Liter Wasser!<br />- Aus beiden Leitungen fließen pro Sekunde 4000 Liter/Sekunde nach Wien<br /><br />nach dieser info fliessen also in 1000s =16,7Minuten die benoetigten 4 Mio l. Was passiert die restlichen 23h und 43Minuten mit dem Wasser?<br /><br />Ausserdem 4Mio/Tag macht bei 2Mio Einwohnern: 2l/Person/Tag…</p>

  7. Robert (31.05.2005, 20:14).

    Danke für den Hinweis – das kann natürlich nicht stimmen. Lt. MA31 hat Wien einen Tagesverbrauch von 390.000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Diese und weitere Statistiken gibt auf folgender Seite: <a href="http://www.wien.gv.at/ma31/wasweg2.htm&quot; rel="nofollow">http://www.wien.gv.at/ma31/…</a>

  8. Robert (31.05.2005, 20:14).

    <p>Danke für den Hinweis – das kann natürlich nicht stimmen. Lt. MA31 hat Wien einen Tagesverbrauch von 390.000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Diese und weitere Statistiken gibt auf folgender Seite: <a href="http://www.wien.gv.at/ma31/wasweg2.htm">http://www.wien.gv.at/ma31/…</a></p>