ORF-Gebühren-Erhöhung?

6th Dec 2007Blog, ,

Hiermit oute ich mich: ich habe unseren Fernseher und Radio angemeldet und zahle dadurch 255,36 Euro Rundfunkgebühren pro Jahr an die GIS. Bin trotz einiger Vorbehalte nicht grundsätzlich gegen diese Gebühren, weil ich denke, dass v.a. eine hohe Versorgungssicherheit (auch in ländlichen Gegenden) und die Verbreitung von (v.a. politischen) Informationen besser bei einem öffentlichen Unternehmen als bei einem privaten Unternehmen aufgehoben sind.Wenn jetzt aber diskutiert wird, diese Gebühr um ca. weitere 20 Euro pro Jahr zu erhöhen, stößt mir das sauer auf. Wenn schon mehr Gebühren, dann bitte auch mehr Leistungen – und zwar nicht in Form von noch mehr Rosmarie-Pilcher-Filmen, Millionshows oder Casting-Shows, sondern z.B. durch kostenlosen Online-Zugriff auf das gesamte ORF-Archiv. Bis jetzt kostet es bspw. 120 Euro, um einen 180minütige ORF-Sendung auf DVD zu erhalten, eine Suchmöglichkeit auf www.orf.at gibt es erst gar nicht (hier muß man sich mit Google News helfen).BBC hat dies längst vorgemacht. Bleibt zu hoffen, dass der ORF demnächst folgen wird…oder interessiert dieses Thema eh nur mich, da ich von Schwarzsehern umgeben bin??? 😉

4 Comments RSS-Kommentare

  1. Reini (07.12.2007, 19:58).

    Du bist der erste Mensch den ich kenne der freiwillig zahlt… 🙄 Deine Argumente in Ehren aber die Zeit der technologieverarmten Landbevölkerung ist wohl vorbei bzw. ist das politische Format selbst im öffentlich Fernsehen eher schmal bestückt. Von der Qualität anderer Programmen mal ganz zu schweigen…Natürlich ist die Informationsverbreitung über die Öffentlichkeit besser als über Private, aber mMn sollte Information frei zugänglich sein. Punkt.Am besten lebt es sich trotz allem immer noch ohne Fernseher.

  2. Reini (07.12.2007, 20:58).

    Du bist der erste Mensch den ich kenne der freiwillig zahlt… 🙄 Deine Argumente in Ehren aber die Zeit der technologieverarmten Landbevölkerung ist wohl vorbei bzw. ist das politische Format selbst im öffentlich Fernsehen eher schmal bestückt. Von der Qualität anderer Programmen mal ganz zu schweigen…Natürlich ist die Informationsverbreitung über die Öffentlichkeit besser als über Private, aber mMn sollte Information frei zugänglich sein. Punkt.Am besten lebt es sich trotz allem immer noch ohne Fernseher.

  3. Robert (08.12.2007, 02:44).

    Das das Programm des ORF nicht verbesserungswürdig ist, hab ich ja nicht behauptet. Deinem Argument der technologieverarmten Landbevölkerung kann ich aber nicht zustimmen. Wenn du dir beispielsweise die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen ansiehst, sind hier die Städte klar im Vorteil (Beispiel Esther´s Tante: die wohnt 20km außerhalb von Wien und kann noch immer nicht zu einem privaten Telefonanbieter wechseln, weil das Wählamt noch nicht umgestellt ist). Aber zurück zum ORF. Dieser hat den Auftrag, auch über die Opposition zu berichten und unterscheidet bei der Bekanntmachung von Gesetzen nicht, von wem sie gemacht wurden. Natürlich gibt es hier (politisches) Lobbying wie in anderen Unternehmen auch, aber ich finde dies noch immer besser, als gebe es bspw. Verhältnisse wie zB in Italien, wo die Medienmacht viel stärker konzentriert ist (Stichwort Berlusconi) und wo sicher weniger Kontrollinstanzen vorhanden sind als beim ORF (siehe z.B. <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/manipulierte-nachrichten-auf-rai/?src=HL&amp;cHash=721723bef8&quot; rel="nofollow">Staats-TV sendete nach Berlusconis Wünschen</a>, NZZ vom 22.11.2007)

  4. Robert (08.12.2007, 03:44).

    Das das Programm des ORF nicht verbesserungswürdig ist, hab ich ja nicht behauptet. Deinem Argument der technologieverarmten Landbevölkerung kann ich aber nicht zustimmen. Wenn du dir beispielsweise die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen ansiehst, sind hier die Städte klar im Vorteil (Beispiel Esther´s Tante: die wohnt 20km außerhalb von Wien und kann noch immer nicht zu einem privaten Telefonanbieter wechseln, weil das Wählamt noch nicht umgestellt ist). Aber zurück zum ORF. Dieser hat den Auftrag, auch über die Opposition zu berichten und unterscheidet bei der Bekanntmachung von Gesetzen nicht, von wem sie gemacht wurden. Natürlich gibt es hier (politisches) Lobbying wie in anderen Unternehmen auch, aber ich finde dies noch immer besser, als gebe es bspw. Verhältnisse wie zB in Italien, wo die Medienmacht viel stärker konzentriert ist (Stichwort Berlusconi) und wo sicher weniger Kontrollinstanzen vorhanden sind als beim ORF (siehe z.B. <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/manipulierte-nachrichten-auf-rai/?src=HL&cHash=721723bef8&quot; target="_blank" rel="nofollow">Staats-TV sendete nach Berlusconis Wünschen</a>, NZZ vom 22.11.2007)